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Peter GroßMay 18, 2026 3:53:30 PM4 min read

Kommunale Wärmeplanung erhöht Anforderungen an Energiedaten

Datenbasis und Preisindizes gewinnen an Bedeutung

Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) hat der Gesetzgeber einen verbindlichen Rahmen für die kommunale Wärmeplanung geschaffen. Städte und Gemeinden sind damit verpflichtet, Strategien für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu entwickeln. Parallel steigen die Anforderungen an Energieversorger, Netzbetreiber und Fernwärmeanbieter hinsichtlich Datenverfügbarkeit, Szenariomodellierung und Preisstrukturtransparenz.

Fernwärmeleitung im IndustriegebietFür die praktische Umsetzung der Wärmeplanung gewinnen belastbare Markt-, Struktur- und Preisindikatoren zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig zeigt sich: Viele der benötigten Daten liegen bislang verteilt, uneinheitlich oder nur mit hohem manuellem Aufwand vor.

Gesetzlicher Rahmen der kommunalen Wärmeplanung

Das Wärmeplanungsgesetz trat Anfang 2024 in Kraft und verpflichtet Kommunen zur Erstellung kommunaler Wärmepläne. Ziel ist die Transformation der Wärmeversorgung hin zur Treibhausgasneutralität bis spätestens 2045.

Die Fristen orientieren sich an der Einwohnerzahl. Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen ihre Wärmeplanung bis spätestens 30. Juni 2026 vorlegen. Kommunen mit bis zu 100.000 Einwohnern haben Zeit bis zum 30. Juni 2028.

Das Gesetz definiert Mindestanforderungen an Bestandsanalyse, Potenzialanalyse sowie Zielszenarien für die zukünftige Wärmeversorgung. Betrachtet werden dabei unter anderem bestehende Wärmenetze, Potenziale erneuerbarer Energien und Ausbauoptionen für Fernwärme. Hinzu kommen Themen wie Gebäudestrukturen, industrielle Abwärme oder Dekarbonisierungspfade einzelner Versorgungsgebiete.

Für Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke und Fernwärmebetreiber bedeutet dies vor allem eine deutlich höhere Transparenz- und Datenanforderung. Viele Informationen müssen kommunalen Planungsstellen bereitgestellt, fortlaufend aktualisiert und fachlich eingeordnet werden.

Fernwärme rückt stärker in den Fokus

Im Zuge der Wärmeplanung gewinnt Fernwärme strategisch an Bedeutung. Insbesondere in urbanen Räumen gilt sie als zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung.

Damit steigen auch die Anforderungen an Netzplanung, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig entwickeln sich Preisbildungsmodelle und regulatorische Nachweispflichten zunehmend datengetrieben.

Parallel verändert sich die Struktur der benötigten Marktdaten. Preisgleitklauseln, Beschaffungsmodelle und langfristige Transformationspfade basieren auf einer Vielzahl externer Marktindikatoren. Relevanz besitzen dabei insbesondere Energiepreisindizes, Börsendaten sowie Kosten- und Strukturindikatoren aus amtlichen Statistiken.

Gerade bei der Entwicklung oder Anpassung von Fernwärmepreisformeln spielen solche Indizes eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wächst der Bedarf an konsistenten und revisionssicheren Datenhistorien.

Datenbeschaffung bleibt häufig fragmentiert

In der Praxis erfolgt die Beschaffung relevanter Daten bislang vielfach dezentral und manuell. Marktteilnehmer greifen dabei auf unterschiedliche Quellen wie die DESTATIS- bzw. GENESIS-Datenbank, EEX-Marktdaten oder Veröffentlichungen von Behörden und statistischen Institutionen zurück.

Die Herausforderung liegt dabei weniger im grundsätzlichen Zugang zu einzelnen Datenpunkten, sondern vielmehr in deren kontinuierlicher Bereitstellung und operativer Nutzbarkeit. Unterschiedliche Datenformate, manuelle Exporte und zeitversetzte Aktualisierungen führen häufig zu zusätzlichen Aufwänden in Fachabteilungen.

Besonders im Umfeld kommunaler Wärmeplanung und langfristiger Fernwärmestrategien entsteht dadurch ein erhöhter Bedarf an standardisierten Prozessen. Daten müssen regelmäßig validiert, harmonisiert und in interne Systeme überführt werden. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der verwendeten Parameter.

Preisindizes werden zur operativen Grundlage

Börse2Mit der Transformation der Wärmenetze verändert sich auch die Struktur der Kostenbestandteile in der Fernwärmeversorgung.

Historisch dominierte in vielen Preisformeln die Kopplung an fossile Brennstoffe. Zukünftig gewinnen dagegen Strompreise, CO₂- und Investitionskosten für neue Infrastruktur zunehmend an Bedeutung. Dadurch steigt die Relevanz belastbarer Preis- und Kostenindizes.

Für Energieversorger besteht die Herausforderung, unterschiedliche Datenquellen dauerhaft aktuell und konsistent verfügbar zu halten. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen aus Preisblattgestaltung, regulatorischen Prüfungen und internen Controlling-Prozessen zu.

Insbesondere bei Fernwärmepreisformeln ist eine stabile Datenversorgung essenziell. Änderungen einzelner Indizes wirken sich unmittelbar auf Preisentwicklungen, Vertragsmechaniken und Kundenkommunikation aus.

Datenintegration wird zum strategischen Thema

Vor diesem Hintergrund gewinnt die technische Integration externer Datenquellen zunehmend an Bedeutung. Statt einzelner manueller Abrufe etabliert sich verstärkt der Bedarf nach automatisierten und zentral verfügbaren Datenservices.

Für viele Marktteilnehmer stellt sich dabei die Frage, wie relevante Markt- und Statistikdaten effizient in bestehende Systeme integriert werden können. Im Fokus stehen automatisierte Datenimporte, konsolidierte Datenhistorien und eine revisionssichere Bereitstellung der Informationen.

Gerade bei wiederkehrenden Datenquellen wie DESTATIS/GENESIS oder EEX entstehen durch Automatisierung erhebliche Effizienzpotenziale. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität der Datengrundlage für Planung, Kalkulation und Reporting.

Dynamic-Data-Service als zentrale Datendrehscheibe

Vor diesem Hintergrund baut die GET AG ihren Dynamic-Data-Service (DDS) gezielt für datengetriebene Anwendungsfälle im Umfeld der kommunalen Wärmeplanung und Fernwärme weiter aus.

Aktuell werden automatische Importprozesse für DESTATIS- bzw. GENESIS-Daten sowie EEX-Marktdaten in den DDS integriert. Ziel ist die zentrale Bereitstellung relevanter Datenreihen über standardisierte Schnittstellen, sodass Marktteilnehmer benötigte Indizes und Parameter gebündelt aus einer konsolidierten Datenquelle beziehen können.

Im Mittelpunkt steht dabei weniger die reine Datensammlung als vielmehr die operative Nutzbarkeit der Informationen. Durch automatisierte Aktualisierung, konsistente Datenhistorien und strukturierte Bereitstellung sollen manuelle Prozesse reduziert und bestehende Systeme einfacher angebunden werden.  Zudem berücksichtigt die GET AG bei der Integration externer Datenquellen die jeweiligen Lizenzbedingungen und Nutzungsanforderungen der Datenanbieter.

Insbesondere für Anwendungen im Umfeld von Fernwärme-Pricing, Marktanalysen und kommunaler Wärmeplanung entsteht dadurch eine belastbare Datenbasis.

Ausblick

Die kommunale Wärmeplanung wird den Bedarf an belastbaren Energie- und Marktdaten in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Parallel steigt die Bedeutung standardisierter Datenprozesse für Fernwärme, Preisbildung und regulatorische Nachweise.

Für Energieversorger und Stadtwerke entwickelt sich die Verfügbarkeit konsistenter Daten zunehmend zu einem operativen Erfolgsfaktor. Neben der eigentlichen Wärmeplanung betrifft dies insbesondere Pricing-, Controlling- und Transformationsprozesse.

Mit dem Ausbau zentraler Datenservices und automatisierter Schnittstellen entstehen gleichzeitig neue Möglichkeiten, externe Markt- und Statistikdaten effizienter in bestehende Systeme zu integrieren. Der Aufbau konsolidierter Datenplattformen dürfte damit ein wesentlicher Baustein zukünftiger datengetriebener Wärme- und Fernwärmestrategien werden.

Neugierig geworden? Wenn Sie erfahren möchten wie die GET AG Sie bei diesen Themen mit ihren Daten, Services und Softwareprodukten unterstützen kann, sprechen Sie uns gern an!

 

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Peter Groß
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