Analysen der GET AG zu den endgültig veröffentlichten Preisblättern der Verteilnetzbetreiber im Strom- und Gassegment haben gezeigt, dass einige Unternehmen ihre Preisstellungen im Vergleich zu den vorläufig veröffentlichten Entgeltinformationen noch einmal angepasst haben. Gleichwohl hat sich der von uns vorläufig ermittelte bundesweite Trend zu sinkenden Strom- und steigenden Gasnetzgebühren mit geringer Abweichung bestätigt.
Stromnetzentgelte sinken deutlich
Nachträgliche Anpassungen zum Jahreswechsel auf Stromverteilnetzebene
Die Übertragungsnetzbetreiber hatten die Kostensenkung ihrer bundeseinheitlichen Netzentgelte ab 2026 um durchschnittlich 57 Prozent (%) unter dem Vorbehalt bekanntgegeben, dass der von der Bundesregierung beschlossene Zuschuss über 6,5 Milliarden Euro (€) zur anteiligen Finanzierung der Übertragungsnetzkosten gesetzlich fixiert werde. Da dies rechtzeitig geschehen war, durfte mit größeren Änderungen zum Jahreswechsel nicht mehr gerechnet werden.
Nachdem fast alle Stromverteilnetzbetreiber ihre endgültigen Preisblätter veröffentlicht haben, können nach Analyse der GET AG bei einer Anzahl von Unternehmen im zweistelligen Bereich Korrekturen nach oben und unten im Vergleich zu den vorläufigen Preisblättern festgestellt werden. Für die Liefersituation eines Haushaltskunden (mit Standardlastprofil und einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh in Niederspannung) wirkt sich das auf die Netto-Jahreskosten* wie folgt aus:
Beispiele für Anpassungen gegenüber vorläufigen Preisstellungen: Stadtwerke Haldensleben GmbH: -35 € bzw. -13,36 %, Stadtwerke Waldkirch GmbH: -50,05 € bzw. -13,02 %, StWL Städtische Werke Lauf a.d. Pegnitz GmbH: -42,7 € bzw. -11,98 %, Stromversorgung Neunkirchen GmbH: -42,35 € bzw. -11,87 %, Energienetze Offenbach GmbH: -29,05 € bzw. -9,21 %, EW Geiger GmbH: +8,75 € bzw. +4,13 %, Stadtwerke Bramsche GmbH: +16,8 € bzw. +4,42 %, Stadtwerke Ochtrup: +16,45 € bzw. +5,45 %, Stadtwerke Rinteln GmbH: +27,65 € bzw. +7,35 %, Stadtwerke Böblingen GmbH & Co. KG: +25,9 € bzw. +9,88 %.
Vorjahresvergleich: Haushaltskunden im Mittel um 16,39 % entlastet
Für einen Haushaltskunden ergibt sich nach Veröffentlichung der endgültigen Preisinformationen ab diesem Jahr im Mittel** eine Senkung der Jahreskosten* für die Netznutzung um etwa 16,39 %. Das entspricht im Vergleich zu 2025 einer Netto-Kostenentlastung in Höhe von rund 63,39 Euro pro Jahr (folgend als €/a) beziehungsweise 1,81 Cent je Kilowattstunde ( folgend als ct/kWh). Im bundesweiten Durchschnitt muss seit Januar 2026 ein Haushaltskunde netto circa 319,72 €/a beziehungsweise rund 9,13 ct/kWh entrichten.

Kartenausschnitt Preisniveau 2026 Stromnetzentgelte für Haushaltskunden mit Jahresverbrauch von 3.500 kWh SLP in Niederspannung (Datenquelle: Cockpit der GET AG)
Wie in der Trendanalyse Stromnetzentgelte 2026 bereits ausgeführt wurde, wirkt sich neben sinkenden Übertragungsnetzentgelten auch die Umverteilung von Mehrkosten kostendämpfend aus, die in Verteilernetzen mit besonders viel erneuerbarer Stromerzeugung entstehen.
Bei den Stromnetzbetreibern bewegt sich die relative Abweichung im Jahresvergleich zwischen minus 57,13 % (Elektrizitäts-Genossenschaft Tacherting-Feichten eG) und plus 42,04 % (Stromversorgung Markt Egloffstein). Haushaltskunden müssen im Netz der Tacherting-Feichten eG seit Januar dieses Jahres netto 219,15 €/a entrichten – im Netz der Stromversorgung Markt Egloffstein netto 489,55 €/a.
Spürbarer Anstieg der Gasnetzentgelte
Nachträgliche Anpassungen zum Jahreswechsel auf Gasverteilnetzebene
Nachdem fast alle Gasverteilnetzbetreiber ihre endgültigen Preisblätter veröffentlicht haben, konnten nach Analyse der GET AG auch in diesem Segment bei einer Anzahl von Unternehmen im zweistelligen Bereich Korrekturen um bis zu 29 % nach oben und knapp 26 % nach unten im Vergleich zu den vorläufigen Preisblättern festgestellt werden. Für die Liefersituation eines Haushaltskunden (mit Standardlastprofil und einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh | 11 kW in Niederdruckstufe) wirkt sich das auf die Netto-Jahreskosten* wie folgt aus:
Beispiele für Anpassungen gegenüber vorläufigen Preisstellungen: Energie- und Wasserversorgung Bünde GmbH: -132,92 € bzw. -25,78 %, Stadtwerke Freudenstadt GmbH & Co. KG: -67,52 € bzw. -11,56 %, Stadtwerke Weißwasser GmbH: -100,28 € bzw. -11,43 %, WEMAG Netz GmbH: -65,50 € bzw. -10,24 %, Stadtwerke Heide GmbH: -62,91 € bzw. -9,40 %, Stadtwerke St. Ingbert GmbH: +26,00 € bzw. +4,48 %, Stadtwerke Balingen: +50,40 € bzw. +9,47 %, Regionalwerke Neckar-Kocher GmbH & Co. KG: +50,80 € bzw. +9,51 %, Stadtwerke Willich GmbH: +72,54 € bzw. +17,86 %, Stadtwerke Meerbusch GmbH: +105,84 € bzw. +29,09 %.
Vorjahresvergleich: Mehrbelastung für Haushaltskunden um 12,67 %
Für einen Haushaltskunden ergibt sich nach Veröffentlichung der endgültigen Preisinformationen seit Jahresbeginn im Mittel** eine Erhöhung der Jahreskosten* für die Netznutzung um etwa 12,67 %. Das entspricht im Vergleich zu 2025 Mehrkosten von netto rund 55,40 €/a. Im bundesweiten Durchschnitt muss seit Januar 2026 ein Haushaltskunde netto 525,24 €/a beziehungsweise rund 2,63 ct/kWh entrichten. Verschiedene Gründe für den Kostenauftrieb im Gassegment haben wir bereits in der Trendanalyse Gasnetzentgelte 2026 aufgeführt.

Kartenausschnitt Preisniveau 2026 Gasnetzentgelte für Haushaltskunden mit Jahresverbrauch von 20 MWh SLP in Niederdruckstufe (Datenquelle: Cockpit der GET AG)
Während nur fünf Gasnetzbetreiber die Gebühren konstant halten, bewegt sich die relative Abweichung im Jahresvergleich zwischen minus 12,92 % bei der Stadtwerke Uelzen GmbH und plus 93,35 % bei den Stadtwerken Balingen. Ein Uelzener Haushaltskunde muss seit Januar dieses Jahres netto 288,49 €/a entrichten – ein Balinger hingegen netto 582,43 €/a.
* In die Kostenbetrachtung flossen die Arbeits-, Leistungs- und Grundpreise sowie die von den Netzbetreibern ausgewiesenen Kosten für die Messdienstleistung für konventionelle Zähler bei jährlicher Abrechnung (SLP) ein.
** Der Durchschnitt wurde über die Anzahl aller relevanten Postleitzahl-Netzbetreiber-Kombinationen gebildet, ohne deren Größe in der Fläche oder die Anzahl von relevanten Marktlokationen zu berücksichtigen. Gab es mehrere Netzbetreiber je Gebietseinheit, ging jeder Wert in die Durchschnittsermittlung ein. Außerdem wurden Netzbetreiberwechsel berücksichtigt.
Energievertriebe bleiben im Cockpit auf dem Laufenden
Das Cockpit der GET AG hält User über die Erfassung auch endgültiger Informationen auf dem Laufenden und ermöglicht Analysen sowie Kalkulationen für unterschiedliche Netzebenen und Kundenprofile (SLP und RLM). Die GET AG versetzt Energievertriebe damit jederzeit in die Lage, ihre bestehenden Tarife und Produkte auf Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen, sie rechtzeitig anzupassen und gegebenenfalls neue Angebote zu kalkulieren.